Kategorie: Gesetze Kosmetik

Analyse und Recherche, ob ein Wimpernserum auch für einen Bart wirken kann

Analyse Bartwuchs mit Wimpernserum InhaltsstoffenBartschmuck liegt absolut im Trend; in manch innovativer Clique mit derartigem Trend zum Gruppenzwang, dass sich smarte Jungunternehmer schon aus taktischen Gründen nicht mit glattrasiertem Kinn erwischen lassen. Nur: Der Bart muss zum Style passen, dünne Haarpartien und Löcher sind ein No-Go, das entschlossen angegangen werden sollte. Und entschlossen angegangen wird, die üblichen Bartwuchsmittel bringen allerdings nicht immer die gewünschten Erfolge. Deshalb wird nachfolgend gründlich analysiert, ob Wimpernseren mit Prostaglandin-Wirkstoffen eventuell auch spärlichen Männerbärten neue Hoffnungsschimmer schenken können:

Wimpernseren für Männer?

Wimpernseren sind recht neu auf dem Kosmetikmarkt, heftig begehrt und ebenso heftig beworben. Nach Berichten einiger Hersteller vollbringen die geheimnisvollen Seren wahre Wunder: Aus ein paar spärlichen kurzen Härchen rund ums Auge werden in wenigen Wochen lange dichte dunkle Wimpernkränze. Schönheits-Blogs, Frauenzeitschriften und Kosmetik-Ratgeber überschlagen sich vor Begeisterung über die verblüffende Wirkung; Wimpernseren sind aber auch in garantiert nicht von der Kosmetik-Industrie bezahlten Wikipedias, Nachrichten-Magazinen und Fachzeitschriften diverser Sparten omnipräsent [https://www.offenerbrief.org/wimpernserum-beurteilung/].

Ein solcher Hype um ein neues Produkt entgeht auch auf der maskulinen Seite der Welt nur Einsiedlern; da im Zusammenhang mit den Wimpernseren auch noch regelmäßig das Schlagwort „wachstumsfördernd“ auftaucht, soll der Wirkstoff sogar schon in manchem Kraftraum diskutiert worden sein. Wenn klar bzw. im männlichen Gehirn angekommen ist, dass sich „wachstumsfördernd“ auf Haare bezieht, machen sich smarte Jungmänner mit haarigem Optimierungspotenzial Gedanken – wenn die Bartlücken wirklich groß und störend sind, bis hin zu Selbstversuch und Empfehlung:

So empfiehlt ein (recht bärtiger) Journalist in der GQ [Gentlemen’s Quarterly, https://www.gq.com/story/miracle-hair-growth-product-for-mustaches] nach kurzer, wenig Hoffnung versprechender Erwähnung des ‚düsteren, traurigen Wachstumsmarktes‘ für Männerhaare die Urmutter aller Wimpernseren namens Latisse – für Männer, für den Bartwuchs. Er beruft sich auf die ‚enthusiastische Rezension‘ eines enttäuschten Regaine-Anwenders (Regaine: Haarwuchsmittel mit dem Wirkstoff Minoxidil), der mit Latisse seinen Haaransatz pflegte und dabei wohl zumindest in puncto Haardicke erfolgreich war.

Für den Journalisten mit Sehnsucht nach Tom-Selleck-Schnurrbart war das ein Durchbruch: Schnell sind die wenigen Studien recherchiert, nach denen Latisse die Haardichte auf dem Kopf zunehmen lassen kann; bald spricht er von unerschrockenen Kerlen, die sich Latisse (mit gemischten bis positiven Ergebnissen) in den Bart geschmiert haben. Da Latisse teuer und schwer zu bekommen sei, könne man auch auf Seren mit anderen Prostaglandin-Analoga zurückgreifen, der Markt explodiere gerade vor neuen Produkten zur Verbesserung der Wimpern (des „Wimpernwachstums“ dürfe man nicht sagen, weil die Produkte keine entsprechende Zulassung haben). Für seinen Selbstversuch wählt der Journalisten dann allerdings Lashfood Eyelash Enhancer mit dem Wurzelextrakt weißer Pfingstrosen als aufregendstem Inhaltsstoff; weiter unten kommen wir zu den Gründen dieser Zurückhaltung. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass sich ebenfalls Drogeriemärkte wie dm in den Kampf um die Wimpernserum-Vormacht eingeklingt haben. Dort ist beispielsweise das LashCocaine Wimpernserum von Svenja Walberg seit Kurzem verfügbar. Eine genaue Aufschlüsselung der Inhaltsstoffe und eine Analyse des Produkts findet man auf Offenerbrief.org [https://www.offenerbrief.org/lashcocaine-dm-beurteilung/]. Auf gleicher Webseite wird beispielsweise auch eine Warnung vor der Nutzung von Produkten aus unbekannter Herkunft ausgesprochen, was eigentlich klar sein sollte [die genaueren Analysen, https://www.offenerbrief.org/nanolash-beurteilung/].

Auch bei deutschen Männern, die sich in Foren über Bartwuchs austauschen, erwecken die geheimnisvollen Wirkstoffe in den „echten Wimpernseren“ durchaus Interesse, sie sollen deshalb nun genauer vorgestellt werden:

Die Wirkstoffe in den Wimpernseren: Prostaglandin-Analoga

Pfingstrosenwurzeln mögen auch gut für den Bart sein, aber bei den eigentlich neuen, viel besprochenen Inhaltsstoffen in den Wimpernseren handelt es sich um hormonähnliche Substanzen: Analoga (Erklärung weiter unten) der Gewebshormone Prostaglandin, von denen verschiedene als Medikamente eingesetzt werden. Aus einem dieser Medikamente ist das erste, originale Wimpernserum Latisse entstanden: Vor rund einem Jahrzehnt sollte die übliche Behandlung des Grünen Stars mit dem Betablocker Timolol (zahlreiche Gegenanzeigen und Nebenwirkungen) durch Behandlung mit Prostaglandin-Analoga ergänzt werden. Als der Wirkstoff vor Zulassung getestet wurde, zeigte er in den Studien neben den erwarteten unerwünschten Wirkungen auch eine neue, interessante Nebenwirkung: Bimatoprost (Medikament: Lumigan) wirkte sich bei einem Teil der Patienten derart positiv auf Entwicklung und Erscheinung der Wimpern aus, dass sie die Augentropfen freiwillig weiter nehmen wollten …

Der Hersteller Allergan hatte bereits seinem nicht allzu oft eingesetzten Neuro-Medikament Botox (Wirkstoff Botulinumtoxin, das für höhere Lebewesen mit Abstand tödlichste bekannte Gift)
zu erfreulichen Absatzsteigerungen auf dem Kosmetikmarkt verholfen. Er wollte nun auch die vielversprechenden Nebenwirkungen von Bimatoprost ähnlich gewinnbringend vermarkten. Nach einigen Jahren Auseinandersetzung mit den Zulassungsbehörden war es Weihnachten 2008 soweit: Das Medikament Latisse erhielt die Genehmigung der FDA zur Behandlung einer Hypotrichose (krankhaften Wachstumsstörung) der Wimpern. Allergan prognostizierte einen Jahresumsatz von über 500 Millionen US-Dollar, die Aktien des Unternehmens stiegen schon im Morgenhandel am Tag nach der Bekanntgabe um 49 Cent [http://web.archive.org/web/20081229052357/http://www.businessweek.com/ap/financialnews/D95AF4N81.htm].

In den Folgejahren erhielten so viele Amerikanerinnen Rezepte wegen krankhafter Störung des Wimpernwachstums, dass die ärztliche Verschreibungspraxis von Latisse bereits unter kritischer Beobachtung steht (das meinte der GQ-Journalist mit: Latisse ist schwer zu bekommen). ‚Macht nichts, es gibt ja andere Prostaglandin-Analoga‘, dachten sich die Kosmetik-Hersteller, die auch ein Stück vom Kuchen abhaben wollten. Im letzten Jahrzehnt kamen zahlreiche Nachahmer-Produkte auf den Markt, in denen eine bunte Reihe von Prostaglandin-Analoga den Wimpern zu ganz neuem Schwung verhelfen soll. Die Wirkstoffe heißen Cloprostenol-Isopropylester, Dechloro-dihydroxy-difluoro-ethylprostenolamid [Tafluprost-Ethylamid, Methyldihydronoralfaprostal, http://www.ua-bw.de/pub/beitrag.asp?subid=2&Thema_ID=4&ID=2755&lang=DE&Pdf=No] und sind immer zu identifizieren am Wortstamm „-prost-, -prost“ in der Mitte oder am Ende des Wirkstoffnamens [https://druginfo.nlm.nih.gov/drugportal/jsp/drugportal/DrugNameGenericStems.jsp].

Wie es mit der tatsächlichen Wirksamkeit und Wirksamkeitsnachweisen bei all diesen Substanzen aussieht, wird im übernächsten Absatz behandelt; jetzt geht es erst einmal um den Einsatz von Prostaglandin-Analoga in Bartwuchsmitteln:

Bartwuchs-Mittel mit Prostaglandin-Analoga

Die ersten Prostaglandin-Analoga sind bereits von den weiblichen Wimpern in Richtung männlicher Bart expandiert: Dr. Massing FullBeard Bartwuchsmittel für einen sichtbar dichteren und stärkeren Bart setzt neben vielen weiteren Inhaltsstoffen auf das Prostaglandin-Analogon Isopropyl Cloprostenate. Während übliche Bartöle den Bart lediglich pflegten, soll FULLBEARD das natürliche Bartwachstum bereits nach 3 bis 4 Wochen derart positiv beeinflusst haben, dass die Haarpracht „zunehmend dichter, voller und stärker wirkt“.

Auch die samLIKE Bart-Reparatur-Wachstumslösung setzt neben den aktiven Bestandteilen Angelikaextrakt, Palmöl und Teebaumöl auch auf Haarfollikelwachstumshormone (und meint damit vermutlich Prostaglandin-Analoga, müsste allerdings an der Packungsbeilage überprüft werden, weil es dem Angebot nicht zu entnehmen ist). Beschreibungen wie „Wenn die Malerei, Bürste nicht zu viel Flüssigkeit mit zu viel eintauchen“, „Die Kinder vermeiden Berührung, können nicht essen“ passen zu dieser Vermutung, wirken nur wegen der schlechten Übersetzung leicht irritierend (ebenso wie das Foto eines vollbärtigen Babys auf der Produkt-Umverpackung und der für ein Haarwuchsserum ungewöhnlich niedrige Preis von 3,43 EUR für 40 ml, vielleicht gibt es für das schon fast ein Jahr angebotene Produkt deshalb erst eine Kunden-Rezension).

Das Top-Magazin aus der „Manager-City“ Frankfurt am Main meldete bereits September 2015, dass Wissenschaftler an der Entwicklung von Prostaglandinpräparaten zur Verbesserung des männlichen Haarwachstums forschten. Trotzdem tummeln sich außer der Dr. Massing Cosmetics GmbH aus Hannover bisher nur Exoten-Angebote wie das o. g. chinesische Versandhandels-Angebot mit dem Vollbart-Baby auf der Packung am Markt …

Ein kosmetisches Mittel, das vom deutschen Hersteller zu 166,33 EUR für 0,1 l abgesetzt werden kann, hätte wohl längst auch im europäischen Raum einige Mitbewerber, wenn die Wirkstoffe den Nutzern entscheidende Fortschritte bringen würden? Anscheinend eine offene Frage, die am besten durch genaueren Blick auf die Wirkstoffe und die Frage nach Beweisen für die Wirksamkeit geklärt werden kann:

Prostaglandine, Analoga und Haarwuchs: Begriffe und Nachweise

Prostaglandine sind eine ganze Gruppe von Gewebshormonen, die aus unterschiedlichen Fettsäuren synthetisiert werden und in den verschiedensten Körpergeweben wirken. Die Hauptgruppen sind

  • Prostaglandine Serie 1, werden aus dem Stoffwechselprodukt einer Omega-3-Fettsäure gebildet, wirken stark entzündungshemmend und vermindern die Blutgerinnung
  • Prostaglandine Serie 2, entstehen aus der Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure, verstärken/verursachen Entzündung, Blutgerinnung, Schmerzwahrnehmung und verengen die Blutgefäße (Gegenspieler zur Serie 1, normalerweise körperliche Reaktion auf Wunden und andere Schäden)
  • In diese Wirkstoffklasse gehört der Wirkstoff Bimatoprost des Original-Wimpernserums Latisse, siehe en.wikipedia.org/wiki/Prostaglandin_analogue
  • Prostaglandine Serie 3 werden aus der Omega-3-Fettsäure EPA gebildet und wegen Hemmung der Serie-2-Prostaglandine oft als entzündungshemmend bezeichnet, haben aber noch verschiedene andere Funktionen im Körper

Prostaglandin-Analoga wurden als Klasse von Medikamenten entwickelt, die an Prostaglandin-Rezeptoren binden. Diese Medikamenten werden in verschiedenen medizinischen Fachrichtungen eingesetzt und wirken an ganz unterschiedlichen Stellen am/im Körper:

  • In der Augenheilkunde, als alleiniger Wirkstoff oder Teil einer Wirkstoff-Kombination
  • Augentropfen für die Therapie des Grünen Stars gibt es z. B. nur mit Bimatoprost (Medikament Lumigan), aber auch in Kombi Bimatoprost und Betablocker Timolol (Medikament Ganfort)
  • In der Gefäßmedizin sollen die Stoffe die Durchblutung bei bestimmten kritischen arteriellen Gefäßverschlüssen/-verengungen verbessern
  • Urologen setzen bei der Behandlung erektiler Dysfunktion ggf. ein bestimmtes Prostaglandin-Analogon ein
  • Gastro-Enterologen verordnen diese Wirkstoffe, um die Magenschleimhaut vor Schäden zu schützen, wenn ein Patient lange nichtsteroidaler Antiphlogistika (ASS, Ibuprofen, Diclofenac) einnehmen muss
  • In der Pränatalmedizin dienen die Substanzen als Wehenauslöser (Geburtseinleitung) und werden zur Erweichung des Gebärmutterkanals eingesetzt

All diese Prostaglandin-Analoga mussten die Wirkung auf das jeweilige Ziel im Körper durch medizinische Studien belegen. Bei diesen Studien werden auch überraschende Wirkungen wie die durch Bimatoprost bewirkten Veränderungen der Wimpernbehaarung beobachtet und dokumentiert [die auch für Travoprost und Latanoprost belegt sind, siehe zum Ganzen https://en.wikipedia.org/wiki/Prostaglandin_F_receptor#Clinical_Significance]. Allerdings handelt es sich bei diesen Wirkstoffen um Medikamente, die in Deutschland für bestimmte Therapien zugelassen sind, aber nicht für eine Anwendung auf Wimpern und erst recht nicht, um sie auf Bärte aufzutragen …

Die Wirkung diverser Prostaglandin-Analoga auf den Haarwuchs ist natürlich nicht unbemerkt geblieben; Studien zu Prostaglandin-Analoga als Haarwuchsmittel haben jedoch bisher allenfalls das Tierversuchs-Stadium erreicht. Da geht es aber auch erst einmal um die Kopfbehaarung und nicht um den Bart.

Wenn ein Hersteller behauptet, sein Bartwuchsmittel (mit Prostaglandin-Analoga) würde eine wie auch immer geartete positive Wirkung auf den Bartwuchs ausüben, müsste er also direkt selbst um entsprechende Nachweise gebeten werden. Entweder um eine Zulassung als Arzneimittel gegen krankhafte Haarwuchsstörungen, die jedoch in Deutschland schon in Bezug auf Bimatoprost abgelehnt wurde und auch sonst in naher Zukunft eher nicht im Raum steht. Gäbe es eine solche Zulassung, gäbe es auch Studien über die Wirksamkeit, das entsprechende Bartwuchsmittel wäre dann jedoch rezeptpflichtig. Oder um sonstige glaubhafte Bestätigung, denn:

Wenn der Inhaltsstoff, der den Bartwuchs stärken soll, nach EU-Kosmetikverordnung zugelassen wurde, brauchte der Hersteller den Zulassungsbehörden keinen Wirksamkeitsnachweis vorlegen (Kosmetika werden allenfalls in Tierversuchen getestet, aber auch das wird immer mehr eingeschränkt, weil der wohl größte Teil der Verbraucher es für ethisch nicht vertretbar hält). Für die kosmetische Zulassung muss der Hersteller nur eine Sicherheitsbewertung vorlegen, nach der der entsprechende Inhaltsstoff bei normalem, vorgesehenem und vorhersehbarem Gebrauch für den Verbraucher sicher ist. Kosmetische Substanzen werden nach Funktion eingeteilt und zugelassen, die der entsprechende Inhaltsstoff im kosmetischen Produkt wahrnimmt: Aqua (Wasser) wird als Lösungsmittel in die Rezeptur aufgenommen; der Zuckerausstauschstoff Isomalt als Feuchthaltemittel; Sodium Chloride, schlichtes Salz, wirkt maskierend (verringert/hemmt unerwünschten Eigengeruch/-geschmack), mundpflegend (reinigt, desodoriert, schützt Mundhöhle + Zähne), quellend (verringert Dichte des Produkts durch Aufquellen) und viskositätsregelnd (erhöht oder verringert die Zähigkeit, in diesem Fall alles schon lange belegt).

Der Kosmetik-Hersteller muss nicht nachweisen, dass seine Rezeptur schön macht und zu was auch immer geeignet ist; wie ein Koch auch nicht nachweisen muss, dass sein Rezept satt macht und gut schmeckt (wem? wann? wie vielen? – in beiden Fällen ist ein wissenschaftlicher Nachweis kaum zu führen). Beide dürfen nur ihre Kunden nicht vergiften oder sonstig schädigen. Die gerade genannten Inhaltsstoffe sind Substanzen aus dem FullBeard Bartwuchsmittel von Dr. Massing, und wir könnten auch noch die restlichen 34 Inhaltsstoffe bis zum Prostaglandin-Analogon Isopropyl Cloprostenate nachschlagen, ohne einmal etwas von Steigerung des Haarwuchses zu lesen. Isopropyl Cloprostenate steht als „haarkonditionierend“ (macht Haar leichter kämmbar und voluminöser, glänzend, geschmeidig und weich) in der INCI-Datenbank kosmetischer Inhaltsstoffe; weitere -prosts sind als Haarpflegestoff/Konditioniermittel, Harz und Nagelhärter und vor allem als Antioxidans (Hemmung verderblicher Oxidationsprozesse) zugelassen, siehe www.haut.de/inhaltsstoffe-inci.

Die nach Kosmetikverordnung zugelassenen Prostaglandin-Analoga werden aber durch die deutschen Behörden bereits kritisch beobachtet: Laut der pharmazeutischen Zeitung läuft bereits eine Klage gegen die Zulassungsbehörde, die die ersten Wimpernseren mit Prostaglandin-Analoga als Funktionsarzneimittel eingestuft hat; das Gesundheitsamt Bayern warnt vor unkritischem Einsatz prostaglandinhaltiger Seren, das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe hat im Rahmen der Kontrolle des Internethandels 17 Wimpernwachstumsmittel untersucht und neben der Einstufung als (nicht zugelassenes) Funktionsarzneimittel fünf weitere Punkte bemängelt.

Die vermeintliche Pingeligkeit der deutschen Behörden hat ihre Gründe:

Prostaglandin-Analoga wirken systemisch und nicht gut vorhersehbar

Um die behördliche Zurückhaltung beim Einsatz von Prostaglandin-Analoga zu verstehen, muss der Begriff „Analogon“ zunächst genauer erklärt werden: Ein Analogon ist für Chemiker eine chemische Verbindung, die dem Originalstoff ähnlich ist. Ein Analogon kann am gleichen Rezeptor wie der Originalstoff andocken, und er kann dort ähnliche biologische Wirkungen auslösen. Kann, muss aber nicht, Analoga zeigen selten identische und recht häufig ähnliche Eigenschaften wie das Originalmolekül; können aber auch völlig andere Eigenschaften wie dieses Originalmolekül entwickeln und tun das sogar ziemlich oft. Die Auswirkungen müssen sich in biologischen Systemen nicht sofort zeigen, auch nach längeren Zeiträumen können noch relevante bis gravierende negative Nebenwirkungen auftreten [vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Analogon_(Chemie)]. Das ist einer der Gründe, warum Analoga, die als Medikamente eingesetzt werden sollen, vor der Zulassung in mehrphasigen Studien am lebenden Objekt getestet werden; das ist der Grund, warum trotz dieser in-vivo-Studien immer wieder Medikamente nach der Zulassung vom Markt verschwinden. Das ist auch der Grund, warum der oben erwähnte GQ-Journalist für seinen Selbsttest ein Wimpernserum wählte, dass den Bartwuchs ganz ohne Prostaglandin-Analoga stärken will.

Wenn ein Analogon die gleiche Wirkung wie der Originalstoff auslöst, heißt das noch lange nicht, dass diese Wirkung in ihrer Gesamtheit gewollt bzw. für den Anwender günstig ist. Oben wurde erklärt, dass das Prostaglandin-Analogon Bimatoprost aus Arachidonsäure gebildete Serie-2-Prostaglandin imitiert. Arachidonsäure ist gut informierten Patienten, die mit chronischen Entzündungen kämpfen, nur zu gut bekannt – weil ihnen längst in einer Ernährungsberatung empfohlen wurde, diese meist in tierischem Fett auftretenden Fettsäuren weitestgehend zu meiden, um die Entzündungen nicht noch weiter anzuheizen. Für solche Patienten macht es wenig Sinn, sich noch das letzte Stück Schweinebraten zu verkneifen, dann aber über Wimpern oder Bart einen Stoff reinzuziehen, der exakt die Wirkung der Arachidonsäure auslöst. Darüber hinaus zeigt dieses Analogon wie seine Schwestern noch eine Reihe weiterer, von Serie-2-Prostaglandinen vielleicht schon bekannte Nebenwirkungen (möglicherweise aber in anderer Stärke), und es gibt Kontraindikationen. Solche potenziellen negativen Wirkungen sind in den Behörden-Warnungen nachzulesen, bei den Kosmetik-Herstellern aber nur sehr selten.

„Reinziehen“ ist sicher ein ziemlich starker Ausdruck, weil bei bestimmungsgemäßer Anwendung kaum Wimpernserum ins Auge gelangt/vom Körper resorbiert wird. Bei Anwendung als Bartserum sieht das schon ein wenig anders aus, während schneller männlicher Pflege wird schon einmal ein wenig geplanscht … und die „Steinzeit-Esser“, die sich über ungehemmten Fleischkonsum täglich große Mengen entzündungsfördernder Arachidonsäure zuführen, sind bekanntermaßen auch vor allem im männlichen Geschlecht zu suchen.

Es geht einfach um die Information, die gesunde, gut informierte Menschen ja dann immer noch als irrelevant abtun können. Diese Info wird von den Kosmetik-Herstellern natürlich nicht gerne freiwillig geliefert – schließlich gibt es genug uninformierte Menschen, die nicht mehr als Werbesprüche lesen wollen bzw. das Produkt schon bei Erwähnung des Wortes Analogon nicht mehr kaufen würden. Schwierige Gemenge-Lage, bei der der Staat regulierend eingreifen muss und das auch tut. Wenn ein Hersteller allerdings Widerspruch einlegt, dauert der Rechtsweg in der Demokratie wieder eine ganze Weile … Gerade in Bezug auf die Förderung des Bartwuchses konnten Prostaglandin-Analoga noch nicht sonderlich punkten. Wissenschaftliche Nachweise gibt es überhaupt nicht, die unbekannte Mengen an Prostaglandin-Analoga enthaltenden Bartwuchsmittel beschränken sich auf unverbindliche Werbeaussagen. Selbst aus den Foren, in denen eher verschämt über die Anwendung von Wimpernserum auf Bärte diskutiert wird (ein millimeterdünner Wimpernpinsel ist eben doch ein recht albernes Bartpflege-Utensil), ist bisher keinerlei Erfolgsmeldung zu erhaschen.

Fazit: Ob Bartwuchsmittel mit Prostaglandin-Wirkstoffen wirken, kann beim gegenwärtigen wissenschaftlichen Kenntnisstand nur im Selbstversuch erprobt werden. Mit diesem Selbstversuch nimmt der Mann möglicherweise konzentrierte, Medikamenten mit Nebenwirkungen ähnliche Stoffe in den Körper auf, bei Kosmetika ohne Angabe der Menge und ohne Kontrolle. Die Wirkstoffe ähneln entzündungsfördernden Stoffen, die der Körper bei Zufuhr einer bestimmten (tierischen) Fettsäure auch selbst produziert … ob sie allerdings wirklich genauso wirken wie die Stoffwechselprodukte der Arachidonsäure, steht in den Sternen. Nicht unbedingt ein Rat dagegen: Mündige Verbraucher, die wissen, was sie in ihren Körper tun und was diese Substanz in ihrem Körper bewirkt, werden die Bartseren sicher mit angemessener Vorsicht so testen können, dass ihnen kein Schaden entsteht. Sogar Männern, die es grundsätzlich ablehnen, sich mit ihrem Körper zu beschäftigen, steht es frei, mit hormonähnlichen Stoffen auf ihren Bartwuchs einzuwirken, solange diese noch frei verkäuflich sind. Allerdings scheint es schon empfehlenswert, sich vorher mit allen anderen Möglichkeiten zur Optimierung des Bartwuchses zu beschäftigen: Optimierung der Nährstoffversorgung (die dem ganzen Körper gut tut), ggf. Beeinflussung der körpereigenen Prostaglandinbildung durch gezielte Zufuhr bestimmter essentieller Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen; Bartpflege mit verschiedensten den Haarwuchs anregenden pflanzlichen Inhaltsstoffen … je empfindlicher der eigene Stoffwechsel auf fremde Substanzen reagiert, desto mehr Vorsicht ist auch bei den Prostaglandin-Analoga angebracht.

Gesetze sind bei Kosmetik besonders wichtig – aber wie sehen diese aus?

Kosmetik Creme Produkte ZulassungEwige Jugend gehört zu den alten Träumen der Menschheit. Gute Kosmetik soll ihren Teil zu diesem Traum beitragen: Sie sorgt für eine glatte Haut und bewahrt ein schönes äußeres Erscheinungsbild über lange Jahre. Die Produkte erreichen dieses Ziel mit den unterschiedlichsten Inhaltsstoffen. Die Cremes und Mittelchen werden dazu direkt auf die Haut aufgetragen. Dabei darf das Produkt die Haut nicht schädigen und sollte keine allergischen Beschwerden auslösen. Eine Kontrolle über die Inhaltsstoffe ist bei Kosmetik deshalb besonders wichtig. Aber wie wird diese Kontrolle geregelt?

Kosmetikprodukte unterliegen dem europäischen Kosmetikrecht

Der Vertrieb von Kosmetik unterliegt klaren rechtlichen Regelungen. Richtungsweisend beim Verkauf der Produkte ist nicht nur das Recht der Bundesrepublik Deutschland. Es gibt ein eigenes Kosmetikrecht der Europäischen Union. Die darin festgehaltenen Regelungen gelten für den Vertrieb in allen europäischen Ländern. Das Kosmetikrecht lässt bestimmte Stoffe zu. Und vor allem schlägt es mit seiner klaren Regelung bei der Auflistung der Inhalte eines Produkts zu Gute. Sie wird von der EU so deutlich geregelt, wie bei nur wenig anderen Produkten. Das Kosmetikrecht schreibt vor, dass die Inhaltsstoffe in einer bestimmten Reihenfolge auf der Verpackung des Produkts aufgelistet werden. Diese Reihenfolge richtet sich nach dem Anteil, den ein Stoff im Produkt ausmacht. Der Inhalt mit dem höchsten Anteil muss an erster Stelle aufgelistet werden und die anderen Bestandteile folgen entsprechend ihrem jeweiligen Anteil. Vorgeschrieben wird zudem die genaue Bezeichnung. Es gibt eine Liste mit den EU-weit geltenden Namen. Über diese können Verbraucher gezielt einsehen, was für ein Stoff sich hinter einem bestimmten Namen verbirgt.

Digitaler Verbraucherschutz – Nutzer können sich online gezielt informieren

Die Portal https://www.haut.de hat eine deutsche Fassung der aktuellen Liste von erstellt, die unter einem festgelegten Namen auf den Inhaltshinweisen von Kosmetika erscheinen. Die Homepage wird auch vom Bundesamt für den Verbraucherschutz empfohlen. Sie beinhaltet neben der Liste auch eine gezielte Suchmaschine für kosmetische Stoffe. Neben den schlichten Informationen, dass Stoffe wie Wasser beispielsweise nicht unter Wasser, sondern dem Namen Aqua ausgeschrieben werden, finden sich damit auch weitere relevante Daten. So können Nutzer sich zum Beispiel darüber informieren, welche Eigenschaften ein bestimmter Stoff hat. Auch Stoffe die Allergien ausrufen können, müssen übrigens auf Kosmetikprodukten aufgelistet werden. Es gibt dafür auf europäischer Ebene eine eigene Liste. Jene Stoffe, welche die am meisten verbreiteten Allergien auslösen, sind genau erfasst. Diese Stoffe müssen auf der Verpackung gekennzeichnet werden. Wenn ein bestimmtes Produkt also bei manchen Menschen Hautreizungen hervorruft oder auf andere Weise unangenehm auffällt, kann das Portal Verbrauchern weiterhelfen. Mit der gezielten Information können Stoffe ausfindig gemacht werden, auf die Menschen allergisch reagieren. Wer Produkte mit dem entsprechenden Inhaltsstoff umgeht, kann sich pflegen ohne Reizungen der Haut oder andere negative Reaktionen des eigenen Körpers befürchten zu müssen.

Verbot von Tierversuchen – auch dies wird im Kosmetikrecht geregelt

Auch die Hersteller testen ihre Produkte ausführlich. In aller Regel möchten sie ein Produkt auf den Markt bringen, das keine Allergien hervorruft und von möglichst vielen Menschen genutzt werden kann. Zumindest dann, wenn der Hersteller sich bei der Herstellung einer guten Qualität verschrieben hat, wird er das Produkt lange und ausführlich testen und stets weiter entwickeln. Aber auch zu den Labortests gibt es rechtliche Bestimmungen. Während für ein lebenswichtiges Medikament Tierversuche unter Umständen erlaubt sein können, ist dies für die bloße Verschönerung der Haut nicht ohne Weiteres möglich. Nach einer entsprechenden politischen Auseinandersetzung wurde das Tierrecht im Arzneimittelrecht auf europäischer Ebene verankert. Es ist heute ein fester Bestandteil der rechtlichen Rahmenbedingungen und insbesondere im Kosmetikrecht von Bedeutung. Kosmetik wird nicht eine derart wichtige Bedeutung wie lebensrettender Medizin beigemessen. Während bei Arzneimitteln unter Umständen Tierversuche erlaubt sind, hat der Gesetzgeber diese bei der Entwicklung von Kosmetik dezidiert ausgeschlossen. Es gibt hier klare ethische Grenzen. Diese hat auch das Kosmetikrecht im Blick. So hat die EU 2003 einen umfangreichen rechtlichen Rahmen für Tierversuche in der Kosmetikproduktion erlassen. Seit 2009 [http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:32009R1223:DE:NOT] dürfen keine Produkte mehr im Tierversuch getestet werden. [https://www.bmel.de/DE/Tier/Tierschutz/_texte/TierschutzTierforschung.html] Produkte, mit denen nach diesem Datum seitens der Hersteller Tierversuche unternommen wurden, dürfen nicht mehr verkauft werden. Die EU hat hier also ein starkes Zeichen in Richtung Tierschutz gesetzt. Die Unternehmen haben daher kein Interesse, ein Produkt an Tieren zu testen und sich dadurch eventuell die Möglichkeit zum Vertrieb dieses Produkts zu verbauen.

Wichtige Neuregelungen verpflichten die Hersteller zur Nennung von Nano-Produkten

Seit Januar 2013 sind die Hersteller über das EU-Kosmetikrecht zudem zu einer weiteren Kenntlichmachung verpflichtet. Spezielle Nano-Materialien müssen auf der Verpackung mit einem entsprechenden Hinweis ausgezeichnet werden. Der BUND weist auf die entsprechenden Regelungen hin. Hinter der Bezeichnung des Stoffs folgt in der Regel in Klammern der Hinweis NANO. Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten herrscht damit bei Kosmetik eine besonders umfangreiche Aufklärungspflicht. In anderen Hygieneartikeln und sind zum Teil ebenfalls Nano-Materialien enthalten. Diese werden nur in sehr kleinem Anteil in das Produkt gegeben und können dennoch eine große Wirkung entfalten. Zudem bestehen manche Teilchen aus Stoffen, die schädlich für die Umwelt sein können oder sich nur sehr schwer zersetzen, wenn sie einmal ins Meer oder Grundwasser geraten. Ein klassisches Produkt, in dem sich heute oft Nano-Partikel findet, ist die Zahnpasta. Aber auch in vielen anderen Produkten, die im Haushalt verwendet werden, finden sich heute Kleinststoffe, die eine bestimmte Wirkung des Produkts erhöhen. Während in Hygieneartikeln die Teilchen nicht kenntlich gemacht werden müssen, sieht es der Gesetzgeber bei der Kennzeichnung von Kosmetik wesentlich enger. Die regelmäßige Verwendung und die besonderen Versprechungen, die sich die Verbraucher von diesen Produkten machen, verpflichten auch zu einer einwandfreien Kennzeichnung. Die EU hat auch im Fall der Nano-Materialien eine Liste veröffentlicht, auf der sich alle Nano-Materialien finden, die in Kosmetik zum Einsatz kommen dürfen. [https://www.bvl.bund.de/DE/03_Verbraucherprodukte/03_AntragstellerUnternehmen/02_Kosmetik/04_Inhaltsstoffe/bgs_fuerAntragsteller_kosmetik_gesetzlicheRegelung_inhaltsstoffe_node.html]

Zählt zu den gefragten Produkten der Kosmetikbranche: das Wimpernserum

Zu den besonders gefragten Produkten der Kosmetikindustrie zählen aber nicht nur Cremes. Auch andere Mittel sorgen für ein schönes Äußeres. Zu den besonders gefragten Produkten der letzten Jahre zählt das Wimpernserum. [https://www.bbvb.org/bestes-wimpernserum/] Die Hersteller versprechen hierbei ein besonderes Wachstum oder eine schönere Wirkung der Wimpern. Viele Verbraucher kaufen sich diese Produkte ein. Dass Wimpern eine der wichtigsten Voraussetzungen sind, wenn man einem anderen Menschen schöne Augen machen möchte, ist schließlich allgemein bekannt. Im Film oder auf der Theaterbühne sind schöne Augen genauso gefragt wie überall im gesellschaftlichen Leben. Viele Menschen helfen bei der Gestaltung der Wimpern mit entsprechenden Stiften nach. Die Hersteller versprechen den Menschen, dass ihre Stoffe die Wimpern so wachsen lassen, dass langes Schminken künftig überflüssig ist. Das Wimpernserum soll das Haar kräftiger machen und für längere und schönere Wimpern sorgen. Aber was für Stoffe setzen die Hersteller ein, um dieses Ziel zu erreichen? Mitunter werden bestimmte Arzneimittel wie Bimatoprost eingesetzt. Sie bewirken ein Wachstum der Wimpern. Es wird dann hervorgerufen, wenn der Stoff über eine längere Zeit in die Augen eines Menschen getropft wird. Nur wenn die Proportionen des Stoffs jedoch gut aufeinander abgestimmt wurden und keine Stoffe im Produkt enthalten sind, die Nebenwirkungen hervorrufen, können Verbraucher aber auf eine sichere Verwendung zählen. Damit diese garantiert ist, gibt es gesetzliche Regelungen und eine Zulassungspflicht. Nicht weniger Kosmetikprodukte wurden aus Arzneimitteln heraus entwickelt. Wenn eine spezielle Nebenwirkung eines bestimmten Arzneimittels bekannt wird, kann dies dazu führen, dass Kosmetika daraus entwickelt werden. Die Arzneimittel werden ausführlich geprüft, bevor sie auf den Markt kommen. Schädliche Nebenwirkungen auf den menschlichen Organismus müssen ausgeschlossen werden können, bevor eine Arznei verkauft wird.

Wie wird ein Wimpernserum überhaupt zugelassen?

Die Zulassung eines Wimpernserums in Deutschland ist rechtlich ebenso klar geregelt wie der Import von Produkten, die in anderen Ländern produziert wurden. [https://www.bvl.bund.de/DE/03_Verbraucherprodukte/03_AntragstellerUnternehmen/02_Kosmetik/09_RechtlRahmenbedingungen/bgs_fuerAntragsteller_kosmetik_RechtlRahmenbedingungen_node.html;jsessionid=E282E900E9DE42BBAA75F7A7294A5DAB.2_cid350] Die Unternehmen dürfen das Produkt nicht einfach auf den Markt bringen. Sie müssen ihre Ware bei den zuständigen Meldestellen anzeigen. Dabei wird sowohl der Produktionsort wie auch der Ort des Vertriebs abgefragt. Zudem werden die im Produkt enthaltenen Stoffe genau geprüft. Auf der Seite des Verbraucherschutzamtes können die Regelungen für die Zulassung eingesehen werden. [https://www.bvl.bund.de/DE/03_Verbraucherprodukte/03_AntragstellerUnternehmen/02_Kosmetik/04_Inhaltsstoffe/bgs_fuerAntragsteller_kosmetik_gesetzlicheRegelung_inhaltsstoffe_node.html] Es gibt eine gesetzliche Liste mit Stoffen, die nicht in Kosmetika vorkommen dürfen, wenn diese in Deutschland auf den Markt kommen sollen. Bei der Überprüfung der Zulassung spielt sowohl die EU wie auch der nationale Rahmen eine Rolle. In der Regel übernehmen nationale Ämter bei der Zulassung die Verwaltung des Verfahrens. Sie nehmen die eingereichten Unterlagen an, Überprüfen deren Richtigkeit und stellen klar, ob alle Ansprüche an Arzneimittel von den Herstellern erfüllt wurden. Die schlussendliche Zulassung wird – bei neuen Arzneimitteln – dann auf europäischer Ebene erteilt. Das klare Zulassungsverfahren mit bestimmten rechtlichen Anforderungen bringt den Verbrauchern Sicherheit. Es sorgt dafür, dass Produkte, die gefährliche Nebenwirkungen haben könnten, nicht auf den Markt kommen. Dennoch wenden manche Hersteller bestimmte Tricks an, um diese Regelung zu umgehen. So werden in regelmäßigen Abständen immer wieder neue Stoffe entwickelt, die der Gesetzgeber dann erst prüfen muss. Mitunter verwenden Hersteller auch Inhalte, die in Arzneimitteln verwendet werden und deren besondere Nebenwirkungen sie entdeckt haben.